SolarLog500: Anschluß an bis zu 10 Wechselrichter über eine interne RS485/RS422-Schnittstelle. Fronius/Sunville nun ohne zusätzlichen Schnittstellenkonverter anschließbar.
Der Funktionsumfang des SolarLog500 läßt sich in zwei Bereiche aufteilen:
-
Basisfunktionalität
- Internetfunktionalität
Was ist der Unterschied? Die Basisfunktionen stehen immer zur Verfügung, die Internetfunktionen nur dann, wenn der SolarLog500 an einen Internet-Router angeschlossen ist und damit Zugang zum Internet hat.
Basisfunktionalität
Daten sammeln
Ca. alle 15 Sekunden werden Meßwerte aus dem Wechselrichter ausgelesen. Diese Einzelwerte werden gemittelt und alle 5 Minuten im Speicher archiviert. Das kleinste verfügbare Meßintervall ist also 5 Minuten. Weiterhin werden die Minutendaten weiter verdichtet zu Tagesdaten, diese zu Monatsdaten und schließlich zu Jahresdaten.
|
Intervall |
Speicherdauer |
|
5 Minutenwerte |
30 Jahre
|
|
Tageswerte je WR |
30 Jahre |
|
Tageswerte Gesamt |
30 Jahre
|
|
Monatswerte |
30 Jahre |
|
Jahreswerte |
30 Jahre |
Der SolarLog™ beginnt mit dem Datenloggen sobald sich der Wechselrichter morgens einschaltet und endet abends, wenn sich der Wechselrichter wieder abschaltet. Der SolarLog™ sollte aber 24h eingeschalten bleiben, da verschiedene "Datenaufräumaktionen" und automatische Datensicherung während den Stillstandszeiten erfolgen.
Daten visualisieren
Großes Augenmerk wurde auf die Visualisierung der Daten gelegt. Grundsätzlich war es das Ziel alle aktuellen Daten sowie auch alle Archivdaten jederzeit wieder grafisch abrufbar zu machen. Dazu gibt es vier verschiedene Fenster. Die Tagesübersicht, die die aktuellen 5-Minutenmessungen eines Tages in einem Balkendiagramm aufzeichnet, die Monatsübersicht mit den einzelnen Tageserträgen, die Jahres- und die Gesamtansicht über alle Jahre hinweg.
Im unteren Fensterbereich sind ausserdem noch weitere Informationen als Zahlenwert aufgeführt. In der Tagesübersicht sind das die momentanen Stromwerte sowie die Tagessumme. In der Monatsübersicht ein Abgleich der Soll/Ist-Werte zu einem prozentualen Prognoseertrag, sowie die Monatssumme. Die Jahresübersicht zeigt ebenfalls die Soll/Ist-Werte und entsprechend die Jahressumme. Über zwei Navigationspfeile kann jederzeit in der Zeitskala zurück- und vorgeblättert werden. Es kann ausserdem bei Bedarf jeder einzelne Wechselrichter separat dargestellt werden, natürlich auch stringgenau, sofern die angeschlossenen Wechselrichter die Daten liefern. Seit neuestem kann auch die Eingangsspannung jedes Wechselrichters in die Tagesgrafik eingeblendet werden.
Korrekturfaktor
Der Stromertrag, den der Wechselrichter angibt ist meist etwas geringer oder etwas höher als der Ertrag, den der geeichte Stromzähler zählt. Diese Abweichung kann durch einen Korrekturfaktor verringert werden. Der Korrekturfaktor steht anfangs auf 1, kann aber natürlich frei konfiguriert werden.
Daten archivieren
Die Archivierung der Daten erfolgt automatisch zu jeder vollen Stunde im "Flash-Speicher". Das ist ein Speicher, der bei Stromausfall seine Daten behält, vergleichbar mit einer Festplatte. Eine Archivierung der Daten ausserhalb des SolarLog™ ist also nicht notwendig aber, falls gewünscht, jederzeit machbar. Es gibt Fälle, wo eine Datenarchivierung erwünscht oder sogar angebracht ist. Es wird z.B. empfohlen, vor einem Softwareupdate oder der Überspielung von Altdaten immer eine Datensicherung durchzuführen. Hier archiviert man zuerst die Daten, speichert sie auf die Festplatte, öffnet sie mit einem Textverarbeitungsprogramm und kann die Alt-Daten nachtragen. Abschliessend importiert man die Daten wieder in den SolarLog™ .
Datendiagnose/Auswertung
Zu der Datenauswertung gehören folgende Punkte:
|
1. |
Erkennung von ausgefallenen Wechselrichtern |
|
2. |
Fehler- und Status-Protokoll |
|
3. |
Soll/Ist-Vergleich der Ertragsdaten |
|
4. |
Leistungsabgleich einzelner Strings aller Wechselrichter |
|
5. |
Wirkungsgrad des Wechselrichters |
|
6. |
Degradation der Solarmodule |
zu 1.) Ist der oder sind die Wechselrichter während der unverschatteten Zeit (diese kann konfiguriert werden) offline, wird ein potentieller Ausfall per Email/SMS gemeldet.
zu 2.) Die Datenschnittstelle der meisten Wechselrichter liefert den aktuellen Geräte- und Fehlerstatus. Wechselt ein Status oder wird ein Fehler gemeldet, erfasst der SolarLog™ diesen im internen Ereignisprotokoll. Im Ereignisprotokoll werden Beginn und Ende vermerkt, so dass jederzeit auch nur kurzfristig auftretende Probleme nachvollzogen werden können. Beispiel: Wechselrichter werden üblicherweise etwas unterdimensioniert auf die Anlage zugeschnitten, damit ein optimaler Wirkungsgrad bei normaler Sonneneinstrahlung gefahren werden kann. Einstrahlungsspitzen, die nur sehr wenig Anteil am Gesamtertrag haben, werden dabei absichtlich nicht berücksichtigt. Der Wechselrichter schaltet dabei automatisch in die Abriegelung (Derating). Ohne automatisierter Anlagenüberwachung ist es aber sehr schwer zu erkennen, ob das Derating nicht zu häufig einsetzt, also ob eine Fehlplanung vorliegt. Mit Hilfe des SolarLog™ kann dies aber frühzeitig erkannt und evtl. nachgebessert werden.
zu 3.) Anhand bundesweiter Statistiken kann der zu erwartende Jahresertrag prozentual auf jeden Monat umgelegt werden. So ist klar, dass der Januar anteilig wenig "bringt", der Juni aber sehr viel. Der SolarLog™ verknüpft nun den gewünschten Jahresertrag (=Jahres-Sollertrag) mit den Ist-Ertragsdaten der einzelnen Monate. Tagesgenau wird dabei hochgerechnet, ob der Ertrag im Soll liegt oder nicht. So läßt sich bereits Mitte des Jahres ziemlich genau erkennen, ob die Jahresplanung erreicht wird oder nicht. Jahres-Sollertrag und die Anteile der einzelnen Monate lassen sich natürlich konfigurieren. Die Prognose-Berechnung berücksichtigt auch die Ertragsdaten zurückliegender Jahre, "lernt" also quasi lokale Wetterereignisse wie Schnee im Januar/Februar automatisch dazu.
zu 4.) Ist der eingesetzte Wechselrichter ein String-Wechselrichter mit zwei oder drei Strings, dann kann der SolarLog500 die Eingangsleistung jedes Strings in Relation zu den anderen Strings setzen. Sind beispielsweise zwei Strings mit je 14 Modulen vorhanden, ist die zu erwartende Eingangsleistung jeweils etwa gleich. Weicht die Leistung aber über einen längeren Zeitraum ab, dann wird dies als Fehler erkannt und gemeldet. Ein einzelnes fehlerhaftes Modul kann so frühzeitig erkannt und getauscht werden. Der Überwachungszeitraum (unverschattete Zeit), sowie die Schwellenwerte bis zum Ansprechen als Fehler können konfiguriert werden. Bei Einsatz mehrerer Wechselrichter können alle Wechselrichter auch gegeneinander abgeglichen werden. Der Ausfall eines Wechselrichters, also Null-Leistung im unverschatteten Zeitraum führt ebenfalls zu einer Störmeldung.
zu 5.) Eingangs- und Ausgangsleistung des Wechselrichters ergeben den Wirkungsgrad. Der ist u.a. abhängig von der Eingangsspannung. Die meisten Hersteller geben in einem Diagram an, bei welcher Eingangsspannung sich welcher Wirkungsgrad einstellt. Der SolarLog™ zeigt in der Visualisierung den aktuellen Wirkungsgrad an.
zu 6.) Die Leistungsabgabe der Solarmodule lässt über die Jahre nach. Der Nachweis darüber fällt aber sehr schwer, wenn keine exakten Daten über einen längeren Zeitraum vorliegen. Der SolarLog™ unterstützt und errechnet anhand der Jahresdaten automatisch die Degradation.
Konfiguration
Die komplette Konfiguration des SolarLog™ erfolgt wahlweise über ein 2-zeiliges Textdisplay mit Folientastatur oder über den Web-Browser an einem PC. Es ist keinerlei Installation einer Software notwendig. Der "Internet Explorer" oder vergleichbare Programme genügen vollkommen. Unter anderem sind folgende Dialoge verfügbar:
- Netzwerkeinstellungen / Zugriffsrechte
- Anlagedaten mit Prognose
- Wechselrichter
- Visualisierung
- Homepage
- Email
- SMS
- Störungen
- Datensicherung automatisch/manuell
- Zyklischer Datenexport
- Systemeinstellungen
- Firmware Update
Anschließbare Geräte
Der SolarLog500 arbeitet völlig autark, ohne Tastatur oder Display. Der Zugriff erfolgt komplett über einen im Netzwerk angeschlossenen PC. Der Begriff "PC" ist dabei sehr allgemein zu sehen. Das kann ein Desktop-Computer sein, ein Notebook oder irgendein anderes Gerät mit Bildschirm, Netzwerkanschluß und einer Web-Browser Software.
Internetfunktionalität
EMail
Im SolarLog500 ist ein Email-Client integriert, der über alle gängigen Email-Provider wie T-Online, AOL, GMX, Arcor usw. Emails versenden kann. Es kann also der Internet-Provider verwendet werden um Emails zu versenden. Dazu müssen lediglich die Email-spezifischen Daten wie Benutzername und Passwort sowie die Adresse des SMTP-Servers im SolarLog™ hinterlegt werden. Es sind die gleichen Angaben zu machen, die auch eine normales Email-Programm wie Microsoft Outlook erwarten würde. Per Email können die Ertragsdaten, sowie ein Status-/Fehlerprotokoll versendet werden. An welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten läßt sich konfigurieren.
SMS
Das Versenden von SMS erfolgt über ein Email-SMS-Gateway. D.h. es wird ein Email-Provider benötigt, der diesen Dienst anbietet (z.B. Arcor oder T-Online). Anhand eines Schlüsselwortes im Betreffeld der Email wird dann erkannt, dass die Email an eine bestimmte Handy-Nummer als SMS gesendet werden kann. Die Einrichtung des SMS-Dienstes im SolarLog™ erfolgt analog zu der Email-Einrichtung. Die weitere Konfiguration erfolgt auf Seite des Email-Providers.
Unter http://www.solarlog-home.de wird ein SMS-Service kostengünstig angeboten.
Externe Visualisierung
Da der Datenzugriff auf den SolarLog™ nicht öffentlich sein sollte (aus Gründen der Datensicherheit und beschränkter gleichzeitiger Zugriffskapazität), besteht die Möglichkeit die Daten auf eine beliebige Homepage im Internet zu transferieren (FTP). Es stehen dabei zwei verschiedene Formate an:
Überspielt werden alle Minuten-, Tages-, Monats- und Jahresdaten. Überspielintervalle können flexibel konfiguriert werden, z.B. alle 5 Minuten oder in einem größeren Zeitraum.
Für die externe Visualisierung wird eine eigene Homepage benötigt, die Sie z.B. bei www.solarlog-home.de kostenlos oder bei jedem Internet-Provider für sehr wenig Geld bekommen können.
Automatische Datensicherung auf FTP-Server
Obwohl eine externe Datensicherung durch den nichtflüchtigen Flash-Speicher eigentlich nicht notwendig ist, kann bei Bedarf eine automatische Datensicherung auf einen FTP-Server erfolgen. Die Rückspielung der Daten erfolgt manuell.
Datenimport
Wird der SolarLog™ nachträglich an eine Anlage angebunden, können manuell erfasste Tagesertragsdaten auch nachträglich noch in den SolarLog™ importiert werden. Bei mehreren Wechselrichtern wird dann der Tagesgesamtertrag anteilig auf alle Wechselrichter verteilt.
Systemsicherung
Alle SolarLog™-Konfigurationsdateien können ebenfalls auf die Festplatte gesichert werden und bei Bedarf eingespielt werden.
Software Update
Der SolarLog™ wurde von Anwendern für Anwender konzipiert. Da ist es nur logisch, dass nach und nach weitere Funktionen entwickelt werden. Daher wurde es ermöglicht, Software Updates einzuspielen, um den SolarLog™ auf den neuesten Stand zu bringen.
Technische Daten
|
Versorgungsspannung |
12 V DC |
|
Energieverbrauch |
ca. 3 Watt |
|
Stromversorgung |
externes Steckernetzteil |
|
Abmessungen (B x H x T) |
22,5x28,5x4
|
|
Gehäuse |
Kunststoffgehäuse passiv belüftet |
|
Schnittstellen |
Ethernet - RJ45 Buchse - 10/100MBit 1xRS485/RS422, 24VDCmax, 5A DauerMax, SO-Impuls-Ein-/Ausgang ( nach DIN 43864 u. 62056 ), Reset |
|
Speicherkapazität |
Micro-SD, 2 Gbyte |
|
Schutzart |
IP 20 (ausschliesslich für Innenanwendung) |
|
Temperaturbereich |
-10°C bis 50°C |
|
Montage |
Wandmontage |
|
Gewicht |
Netto SolarLog: 0,? kg Netto Handbuch, Netzteil, Kabel 0,33 kg, Brutto inkl. Verpackung: ?? kg |
|
Anzeige |
4 LEDs für Statusanzeigen |